Besonderer Ort:

   


am Hütten-Wanderweg gelegen
auch vom Parkplatz Weberhütte leicht zu erreichen

 

Die Ruine des Römerturms

ein fast vergessenes UNESCO-Welterbe

 

am Hütten-Wanderweg

 

Der Limes liegt fast 6 km entfernt. Das ist eine Besonderheit des Nauheimer Römerturmes, denn direkt an der Limeslinie gibt es viele Türme. So konnte er auch in jahrhundertelang in Vergessenheit geraten. Früher jedoch hatte er eine wichtige Funktion. Es war ein Signalturm, eine Vermittlerstation zwischen dem Gaulskopf und dem großen Heerlager in Friedberg. Dort lagerte damals die 1000 Mann starken Eingreiftruppe Cohors I Favia Damascenorum millitaria equitata sagittariorum, Bogenschützen zu Pferde aus dem fernen Syrien.

 

Der Steinturm wird  auf die Zeit zwischen 122 und 180 n. Chr. datiert. Man geht davon aus, dass er unter Kaiser Hadrian erbaut wurde. Er war unter Erde verschwunden und wurde erst im Frühjahr 1909 wiederentdeckt.

Unter der  Römischen Anlage wurden  eine Aschenschicht mit latènezeitlichen Fundstücken, insbesondere Scherben und Metallstücken gefunden. Noch bevor die Römer kamen gab es hier schon eine keltische Höhensiedlung !

 

Gemälde von J. Haid, 1909


Der viereckige Turmbau mit den Außenmaßen 7,70 x 7,70 Meter hat eine ungewöhnliche Form. Auffallend sind insbesondere die Pfeiler an den Ecken, die das Mauerwerk verstärken und eine hoch aufragende Konstruktion ermöglichten. Die Mauern sind ein Meter dick, vor Ort gefundener Quarzit wurde hier verbaut.  Beim Turmbau soll auch Material aus einem vorangegangenen Holzkastell verwendet worden sein. Die Mauerfugen waren mit rötlichem Mörtel ausgefugt.  Die Türschwelle liegt ebenerdig, anderenort war der Eingang nur über eine Leiter zu erreichen. Statt der sonst üblichen Schiefereindeckung wurden hier  rote Dachziegel gefunden. Sie tragen den Stempel der 14. römischen Legion. Der Boden rund um den Turm war mit einem gestampfen Boden aus Flußkies und Kalk verfestigt, beides von den Römern herantransportiert. Rautenförmige Fußbodenziegel, Originale aus der Römerzeit, sind noch zu sehen. Sie bedeckten früher den gesamten Fußboden. Im Rahmen von Arbeiten am Turm soll eine Rekonstruktion dieses Fußbodens erfolgen.

 

Südlich des Baues zeigte sich bei den Grabungen ein  Hof mit einer Vertiefung. Es wird angenommen, dass es sich dabei um den Rest eíner Zisterne handelt,  in der die Römer  Regenwasser sammelten. Diese Vertiefung wurde in gleicher Art wiederher-gestellt, viereckig, mit senkrechten Eichenbrettern.

Wasser wurde von einem 1909 gebauten Hochbehälter durch diese hölzerne Konstruktion hindurchgeleitet.

Römerturm
 

Ansichtskarte, 1930

 
Seit 2005 ist der Limes Unesco-Weltkulturerbe, auch dieser Turm. Die Aufstellung einer eigenen dreisprachigen Informationstafel ist geplant. Derzeit befindet sich eine gut gestaltete Informationstafel der Arbeitsgemeinschaft Geschichte in ca. 40 m Entfernung, auf dem Platz am Johannisbergturm. 

 

mehr über über den Signalturm auf dem Bad Nauheimer Johannisberg 

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Die Römer kehren zurück ...

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