am Salz-Wanderweg

 

Heute kommt sauberes Wasser aus jedem Wasserhahn, in jeder beliebigen Menge.
In früheren Zeiten dagegen war sauberes Wasser ein wertvolles Gut. 
Der alte Schwalheimer Säuerling erinnert daran.

 

 Der alte Schalheimer Sauerbrunnen, kupferne Haube von 1929

 

Römerzeit

Dieser Sauerbrunnen war schon den alten Römern bekannt. Das Quellgebiet beeinflußte den Straßenbau: die Römerstraße verzweigte sich genau an dieser Stelle.
Mehr als 100 römische Münzen wurden bei Reinigungsarbeiten in diesem Brunnen gefunden. Ob die Soldaten und Händler sie bewußt hineinwarfen, in der Hoffnung gesund wieder zurück zu kommen?
Auch gab es eine römische Wasserabfüllanlage, die vor allem die Garnison in Friedberg mit prickelndem Mineralwasser versorgte. Die Römer benutzen speziell geformte Tonkrüge, um den Kohlensäuregehalt zu bewahren.

Mittelalter

Wer hier Quellwasser holen durfte, der brauchte kein Flußwasser trinken, das mit Typhus oder Ruhr verseucht sein konnte.  So kam es, dass sich die Städte und Ortschaften der Umgebung  Wasserschöpfrechte sicherten. Da diese zu vier verschiedenen Herrschaften (Zwergstaaten) gehörten, mußte wiederholt Streit geschlichtet werden. Eine der Regelungen war, daß die Friedberger nur bis 8 Uhr morgens Wasser holen durften.   Man stand damals früh auf und war gut zu Fuß.

 

am Salz-Wanderweg
Der Schwalheimer Sauerbrunnen mit Brunnenwärterhaus (links) und dem heute verschwundenen Kurhaus (rechts)
historische Zeichnung

Neuzeit

Nachdem Mediziner Heilkraft festgestellt hatten wurde kurz nach 1779 ein Gebäude zum Empfang der Gäste erbaut, später Brunnenwärterhaus, heute Restaurant. Ein intensiver Handel mit dem Schwalheimer Mineralwasser  begann,  in einem Jahr wurden 150.000 Krüge mit Wasser  verkauft. Ein Teil der Krüge wurde sogar bis nach England und Holland verschifft. 
 
1834-1836 wurde zusätzlich ein schmuckes Kurhaus gebaut, repräsentativer als das erste Nauheimer Kurhaus.  Doch mit dem Durchbruch der Nauheimer Sprudel 1846 und 1855 verlagerten sich die Kuraktivitäten mehr und mehr ins benachbarte Nauheim. 
Als 1860 im Kurort Wilhelmsbad die Quelle versiegte holte man konzentriertes Salzwasser (sogenannte Mutterlauge) aus Schwalheim, als Ersatz. Später wurde aus dem Schwalheimer Kurhaus ein Betriebsgebäude, in dem Mineralwasserflaschen abgefüllt wurden, es wurde 1962 abgerissen.   
Heute befindet sich eine große, moderne Flaschenabfüllanlage auf der anderen Seite des Wäldchens, auf Dorheimer Gelände.

In Schwalheim geht es weiterhin beschaulich zu. Und direkt neben dem  Sauerbrunnen kann man die Löwenquelle bewundern, ganz im Jugendstil.