Zum Sprudelhof

Zu den Innenhöfen

Zur Beziehung Architektur - Natur

Zu den Details

Zu den Jugendstilbauten als Wirtschaftsförderprogramm

zum Sprudelhof:

"Die Bedeutung der Sprudel wurde mit allen Mitteln architektonischer Gestaltungskraft hervorgehoben, deshalb auch die Öffnung zur Bahnhofsstraße, von der man über eine breite Öffnung zum Quell herniedersteigt, deshalb die geschlossenen Wandelhallen, durch die die einzelnen Badehäuser einheitlich zusammengefaßt und den Sprudeln eine ruhige Fassung gegeben wird, und deshalb auf der anderen Schmalseite die geschlossene Wand der alten Bäume des Parks, vor der sich die sprudelnde Gischt des Heilquells schneeweiß abhebt."
"die Zusammenfassung der Badehäuser durch Wandelhallen zu einem einheitlichen Bauwerk mit den Sprudeln in der Mitte mit Ausblick in den Park war die entscheidende Tat - Gabriel von Seidl nannte es später ein Idyll"


zu den Innenhöfen - Sprudelhof, Trinkkuranlage, Kastanienhof am Kurtheater:

"Der Gedanke des geschlossenen Hofes wirkte sich weiter aus. Die Badehäuser wurden sämtliche mit Innenhöfen ausgestattet, die ... bewußt als betonte Schmuckhöfe ausgebildet wurden, um auf die seelische Stimmung der Kranken einzuwirken. Denselben Gedanken haben wir dann beim Kurhaus und bei der Trinkkuranlage ... jedes Mal in anderer Weise durchgeführt. Dabei hatte ich auch vor allem das Gefühl, dass nicht die äußere Fassade die Hauptsache sei, sondern dass der Besucher auch beim Betreten der Gebäude von außen nach innen eine Steigerung der Wirkung verspüren müsse. 
Es kommt auf die harmonische Zusammenwirkung aller Teile an, und es ist immer wirkungsvoller, wenn von außen nach innen eine Steigerung vorhanden ist."
 

zur Beziehung Architektur - Natur:

"Der Hauptreiz der Badeanlage, wie auch der Trinkkuranlage, liegt ja in der Verbindung von Architektur und Natur, die ganz bewußt gesucht, gepflegt und betont wurde."
"... die Erfurcht vor der Natur etwas Selbstverständliches ... .
Die Stellung der Gebäude wurde unter Umständen von einem alten schönen Baum bestimmt, oder es wurde en 50-70-jähriger, ungefähr 9 Meter im Durchmesser haltender Taxus [Eibe] im Winter mit Frostballen auf großen Walzgerüsten ... verschoben und stand nun mit seinem gleichaltrigen Gefährten symmetrisch zu der Achse der Badeanlage links und rechts im Hintergrund der Sprudel. Ich habe sogar Ecken von Gebäuden auf Gewölbe oder Träger gesetzt, die den darunter liegenden Hauptwurzeln eines schönen Baumes Raum zur Entwicklung ließen."

 

 zu den Details:

"Überhaupt ist es entscheidend, dass alles bis ins kleinste mit Liebe und Sorgfalt behandelt wird. An den Bauten ist so gut wie nichts sichtbares, das nicht besonders entworfen worden wäre."

zu den Jugendstilbauten als Wirtschaftsförderprogramm:

"Es sollte ja in den Kur- und Badebetrieb Kapital hineingesteckt werden, das sich durch vermehrte Einnahmen wieder verzinsen mußte!"

Wilhelm Jost und seine Lebenserinnerungen                  Quellen:
Jost, Erinnerungen aus meinem Leben, in: Spranger, Britta, 2000
Jost 1934: Die neuen Bauten von Bad Nauheim;
veröffentlicht 1935 in: Das hundertjährige Staatsbad