am Salz-Wanderweg und am Weg "Vielfalt im Wettertal"  blauerkringel ,  hessenweg4

 

 

Heute kann man hier ländliche Beschaulichkeit genießen, mit Hühnern, Gänsen und einer Herde schwarzer Kaltblutpflerde.
Früher herrschte Geschäftigkeit.

Salzwiesen und Infotafel

 

Auf den Wiesen standen Gradierwerke, Häuser, Wasser- und Windmühlen. Es wurde Salz produziert, in Konkurrenz zur Nauheimer Anlage.
Dieses Gebiet im Wettertal ist zwar direkt neben Wisselsheim gelegen, gehörte jedoch zu Nieder-Mörlen und damit zum Kurfürstentum und Erzbistum Mainz. Die Saline Nauheim dagegen gehörte zur Herrschaft Hanau, später zu Hessen-Kassel.

Die Salzproduktion bei Wisselsheim wurde erstmals 1266 erwähnt. Damals erwarb ein gewisser Ritter Franko von Mörle die Salzsode.  Im 16. Jahrhundert ordnete der Kurfürst und Erzbischof von Mainz den Bau eines Gradierwerkes an. Es wurden mit Stroh und Schilf bestückt. Salzhaltiges Quellwasser wurde darübergeleitet, um durch Verdunstung die Salzkonzentration im Wasser zu erhöhen. Das verbliebene Wasser wurde dann in Siedepfannen verdunstet, bis sich Salzkristalle bildeten.  Für das Erhitzen der Siedepfannen wurden große Mengen Holz benötigt, Holzmangel war immer ein großes Problem. Die Stämme wurden gegen Salz eingetauscht und mußten aus dem Vogelsberg und dem Taunus herantransportiert werden. Auch gab es zeitweise nicht genügend Antriebswasser, da die Wasserrechte des Flüßchens Wetter einem anderen Herren gehörten. 1767 wurde die Dorngradierung eingerichtet und dadurch die Effektivität erhöht. Dazu wurden drei neue Gradierwerke gebaut und zwei Siedehäuser. Die Salzproduktion konnte auf bis zu 8500 Zentner pro Jahr gesteigert werden (entsprechend 425.000 kg). Eine Siedepfanne soll 3000 l gefaßt haben. Die durch Dächer geschützten Gradierbauten waren insgesamt 500 Meter lang. Bedingt durch den Holzmangel wurde Braunkohle gesucht und auch gefunden. Dorheim lieferte an die Saline bei Wisselsheim, doch vorwiegend ging die Kohle-Produktion nach Nauheim.

Im Jahr 1830 wurde die inzwischen unrentable Saline aufgegeben. Ein Teil der Gradierbauten wurde verkauft und in Bad Salzhausen wieder aufgebaut. Auch das Eckhaus des Steinfurther Rosenmuseums stand früher hier in den Salzwiesen.  

Vor Ort ist aus früheren Zeiten das Verwaltungsgebäude der Saline zu sehen. Nach der Aufgabe der Salzgewinnung wurde es zum Herrenhaus des Hofgutes Löwenthal. Noch heute gehören die Gebäude und umliegenden Ländereien zur Gemarkung Nieder-Mörlen.